Liegt das Problem vorne links?

Kundenberatung BucksMeine Quarterhorse-Stute Bucks No Chex (*2004) besitze und reite ich seit nunmehr fast 6 Jahren. Sie ist ein äußerst arbeitswilliges, sensibles Westernpferd mit einem Stockmaß von 1.47m. Seit der Saison 2009 sind wir erfolgreich auf EWU-Turnieren im Norden Deutschlands unterwegs.

Im Herbst 2011 jedoch begann Bucky aus heiterem Himmel unklar zu traben. Diese Taktunreinheit entwickelte sich insbesondere in Wendungen zu einem deutlichen Lahmen vorne links. Sämtliche tierärztlichen und chiropraktischen Untersuchungen ergaben keinen klaren Befund, und auch mein Hufschmied konnte keine eindeutige Ursache feststellen.

Ende November 2011 hatte ich mich für einen Reitkurs bei Jörg Bös angemeldet, an dem ich jetzt leider nur ohne Pferd teilnehmen konnte. Ich berichtete Jörg jedoch von meinem Problem und erhielt prompt einen interessanten Denkanstoß:

„Liegt das Problem wirklich vorne links?“

Glücklicherweise hatte Jörg gerade seinen Lebensmittelpunkt nach Schleswig-Holstein verlegt, so dass er in der folgenden Woche einen Blick auf mein Pferd werfen konnte. Mir ist klargeworden, dass Jörg in seiner Ursachenforschung weniger das akute Problem als vielmehr das Gesamtpaket aus Exterieur und Bewegung des Pferdes sowie angewendeter Reitweise sieht.

Wie für viele Quarterhorses typisch bewegt sich Bucky von Natur aus deutlich vorhandlastig. Ihr Halsansatz ist tief, während sie hinten überbaut ist, mit einem im Verhältnis zu langen, weichen Rücken. Und wie jedes Pferd weist auch Bucky eine natürliche Schiefe auf. Hinzu kommt nun die Belastung dieser Grundvoraussetzungen durch die Westernreitweise: Kaum Anlehnung (In einhändiger Reitweise: keine Anlehnung), tiefe Kopf- und Halseinstellung, schwunglose, flache Bewegungen und dazu der Westernsattel, der den Sitz des Reiters weit nach hinten verlagert und ein „Schwingen im Rücken“ unmöglich macht.

Über die Jahre hinweg erzeugten diese Voraussetzungen eine chronische Überlastung der Gelenke der Vorhand, insbesondere – aufgrund der Schiefe des Pferdes – des linken Vorderbeines.

Zum Wohl meines Pferdes begann ich, meine bisherige Einstellung kritisch zu beleuchten. Ich begann unter Jörgs Anleitung (und mit seinem Dressursattel ;)) mit einem schonenden Training und konnte feststellen, dass die Taktunreinheiten meines Pferdes innerhalb weniger Wochen verschwanden. Ich kaufte einen neuen Sattel, wechselte die Reitanlage, um bessere Bodenbedingungen vorzufinden und bemühe mich nun im täglichen Reiten, Jörgs Prinzipien umzusetzen: Weiche Anlehnung und Geraderichtung bei aktivierter Hinterhand und schwingendem, durchlässigem Rücken, um den Exterieurschwächen meines Pferdes entgegenzuarbeiten. Dies ist natürlich viel leichter gesagt als getan, daher freue ich mich auf jede Unterrichtsstunde bei Jörg, um immer wieder „in die richtige Spur“ gebracht zu werden.

Bucks No ChecksDanke, Jörg, für deine sofortige Unterstützung, dein feines Gespür für mein Pferd, für deinen anspruchsvollen, inspirierenden Unterricht und auch für deine Tipps, die du für die Lockerheit und Geschmeidigkeit des Reiters parat hast. Ich bin jedes Mal wieder von Neuem begeistert!

Ein Bericht von Sünne Langenbeck

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